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Haus vermieten oder verkaufen in Schleswig? Der Vergleich

Haus vermieten oder verkaufen in Schleswig? Der ehrliche Vergleich

Ob Sie Ihr Haus in Schleswig besser vermieten oder verkaufen, entscheiden am Ende vier Dinge: die Nettorendite nach Kosten, die steuerliche Situation (vor allem die 10-Jahres-Frist), der Zustand des Hauses und Ihre Bereitschaft, Vermieter zu sein. Auf dem Papier bringt Vermieten in Schleswig oft mehr als das angelegte Verkaufsgeld. In der Praxis frisst eine einzige größere Reparatur diesen Vorsprung schnell auf.

Die Frage „Haus vermieten oder verkaufen?" hören wir in unseren Erstgesprächen in Schleswig, Tarp und Busdorf ständig. Meist nach einem Umzug, einer Erbschaft oder wenn die Eltern ins Pflegeheim ziehen. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Eine ehrliche Rechnung schon, und die machen wir in diesem Artikel einmal mit Zahlen aus der Region.

Haus vermieten oder verkaufen in Schleswig: Die Ausgangslage

Der Markt in Schleswig hat seine eigenen Spielregeln. Die Kaufpreise sind im Vergleich zu Hamburg oder Kiel moderat, die Mieten aber solide. Laut Preisatlas von Homeday liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser in Schleswig 2026 bei rund 2.270 Euro, mit einer Spanne von etwa 980 bis 4.200 Euro je nach Lage und Zustand. Häuser zur Miete werden in Schleswig aktuell für etwa 11 bis 12 Euro pro Quadratmeter angeboten (Auswertungen von Angebotsdaten, Stand 2026).

Für den gesamten Kreis Schleswig-Flensburg zeigen Angebotsauswertungen von ohne-makler.net einen leichten Rückgang der Hauspreise um rund 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wer auf kräftige Wertsteigerung als Argument fürs Behalten setzt, sollte das im Hinterkopf haben.

Kaufpreisfaktor, kurz erklärt: Der Kaufpreisfaktor gibt an, wie viele Jahresnettokaltmieten ein Haus kostet. Je niedriger der Faktor, desto höher die Mietrendite. In Schleswig liegt er bei durchschnittlichen Einfamilienhäusern grob bei 16 bis 17, in Großstädten wie Hamburg deutlich darüber.

Das Rechenbeispiel: Einfamilienhaus in Schleswig

Nehmen wir ein typisches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche, Baujahr 1980er, ordentlicher Zustand. Beim Durchschnittspreis von rund 2.270 Euro pro Quadratmeter ergibt das einen Marktwert von etwa 295.000 Euro.

Variante A: Vermieten

Position Betrag pro Jahr
Kaltmiete (11,50 €/m² × 130 m² × 12) 17.940 €
Instandhaltungsrücklage (ca. 13 €/m²) − 1.690 €
Mietausfallwagnis (ca. 3 %) − 540 €
Nicht umlagefähige Kosten (Konto, Verwaltung, Versicherungsanteil) − 360 €
Ergebnis vor Steuern 15.350 €

Das entspricht einer Bruttomietrendite von gut 6 Prozent und einer Nettorendite von etwa 5,2 Prozent vor Steuern. Für ein einzelnes Haus ist das ein ordentlicher Wert.

Variante B: Verkaufen und Geld anlegen

Vom Verkaufspreis gehen der Verkäuferanteil der Maklerprovision (in Schleswig-Holstein üblich 2,975 Prozent inklusive Mehrwertsteuer, also rund 8.800 Euro) und kleinere Kosten ab. Bleiben etwa 286.000 Euro. Legen Sie diese Summe mit angenommenen 3 Prozent Zinsen an, ergibt das rund 8.600 Euro im Jahr vor Steuern.

Was die Tabelle nicht zeigt

Auf den ersten Blick gewinnt das Vermieten klar: 15.350 gegen 8.600 Euro. Aber:

  • Große Reparaturen sind nicht eingerechnet. Eine neue Heizung, ein Dach oder Fenster kosten bei einem Haus aus den 1980ern schnell 20.000 bis 40.000 Euro. Das sind zwei bis drei Jahre Mietüberschuss.
  • Mieteinnahmen versteuern Sie mit Ihrem persönlichen Steuersatz. Abschreibung und Werbungskosten mindern die Last, aber bei einem hohen Einkommen bleibt oft deutlich weniger übrig. Zinsen auf dem Konto unterliegen dagegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag.
  • Ihre Zeit kostet nichts in dieser Rechnung. Nebenkostenabrechnung, Mieterwechsel, Handwerkertermine: Das macht sich nicht von allein.
  • Geld auf dem Konto ist sofort verfügbar. Ein vermietetes Haus nicht.

Kernaussage: Ein vermietetes Einfamilienhaus in Schleswig erzielt mit rund 5 Prozent Nettorendite vor Steuern auf dem Papier mehr als das angelegte Verkaufsgeld. Der Vorsprung schmilzt, sobald größere Instandhaltung, persönlicher Steuersatz und eigener Zeitaufwand ehrlich eingerechnet werden.

Die Steuerfalle: Warum der Zeitpunkt entscheidend ist

Das ist der Punkt, den wir in Gesprächen am häufigsten erklären müssen, weil er richtig teuer werden kann.

Wer ein Haus innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf wieder verkauft, muss den Gewinn grundsätzlich versteuern (Spekulationsfrist nach § 23 Einkommensteuergesetz). Ausgenommen sind Häuser, die Sie selbst bewohnt haben, und zwar im Verkaufsjahr und in den beiden Jahren davor. Diese Regel ist als „Zwei-Silvester-Regel" bekannt.

Genau hier liegt die Falle: Ziehen Sie aus, vermieten zwei oder drei Jahre und verkaufen dann doch, ist die Selbstnutzung unterbrochen. Liegt der Kauf weniger als zehn Jahre zurück, wird der Gewinn plötzlich steuerpflichtig.

Kernaussage: Wer ein selbst bewohntes Haus vor Ablauf der 10-Jahres-Frist erst vermietet und danach verkauft, verliert in der Regel die Steuerbefreiung für Selbstnutzer. Der Verkaufsgewinn wird dann mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.

Umgekehrt kann Vermieten sinnvoll sein, um die Frist abzuwarten, wenn Sie das Haus ohnehin nicht selbst genutzt haben, etwa bei einer vermieteten Kapitalanlage, die erst sieben Jahre im Bestand ist. Bei geerbten Häusern gilt eine eigene Logik: Hier läuft die Frist des Erblassers weiter.

Wie das bei Ihnen konkret aussieht, kann nur Ihr Steuerberater verbindlich sagen. Klären Sie das bitte vor der Entscheidung, nicht danach. Mehr zu den Grundlagen lesen Sie in unserem Beitrag [INTERNER LINK: "Immobilie verkaufen und Steuern: Was Eigentümer wissen müssen" -> /ratgeber/immobilie-verkaufen-steuer/].

Wer vermietet, bindet sich: Mietrecht in der Praxis

Ein Mietvertrag lässt sich nicht einfach wieder auflösen, wenn Sie später doch verkaufen möchten. Zwei Punkte sollten Sie kennen:

Kauf bricht nicht Miete. Verkaufen Sie ein vermietetes Haus, tritt der Käufer in den bestehenden Mietvertrag ein (§ 566 BGB). Damit fallen alle Kaufinteressenten weg, die selbst einziehen wollen. Und das sind in Schleswig beim Einfamilienhaus die allermeisten. Übrig bleiben Kapitalanleger, die knapp kalkulieren. Der erzielbare Preis liegt deshalb oft spürbar unter dem eines leeren Hauses.

Eigenbedarf braucht Zeit und einen echten Grund. Die Kündigungsfrist für Vermieter beträgt drei Monate, nach fünf Jahren Mietdauer sechs und nach acht Jahren neun Monate (§ 573c BGB). Dazu kommt das Risiko, dass Mieter widersprechen. Einen Verkauf planen Sie mit einem vermieteten Haus also deutlich weniger flexibel.

Wie sich ein Mietverhältnis konkret auf den Preis auswirkt, haben wir am Beispiel von Wohnungen ausführlich beschrieben: [INTERNER LINK: "Vermietete Wohnung verkaufen: Preis, Mieterrechte und der richtige Zeitpunkt" -> /ratgeber/vermietete-wohnung-verkaufen/].

Vermieten oder verkaufen: Die Entscheidungshilfe

Eher vermieten, wenn … Eher verkaufen, wenn …
die 10-Jahres-Frist bei einer Kapitalanlage bald abläuft Sie selbst darin gewohnt haben und die Steuerbefreiung sichern wollen
das Haus in gutem Zustand ist, ohne Sanierungsstau Heizung, Dach oder Fenster in den nächsten Jahren fällig werden
Sie in der Nähe wohnen oder eine Verwaltung bezahlen Sie weit weg wohnen, etwa in Hamburg oder Süddeutschland
Sie Rücklagen für Reparaturen haben Sie das Kapital für etwas anderes brauchen
Sie das Haus später für Kinder oder sich selbst behalten wollen eine Erbengemeinschaft sich nicht einigen kann
Sie einen niedrigen persönlichen Steuersatz haben Sie keine Lust auf Mieterkontakt und Abrechnungen haben

Unsere ehrliche Meinung: Für die meisten privaten Eigentümer mit einem einzelnen, älteren Haus ist der Verkauf die entspanntere Lösung. Vermieten lohnt sich vor allem dann, wenn das Haus technisch in Ordnung ist und Sie das Vermieten bewusst als Aufgabe annehmen. Wer nur vermietet, weil er sich nicht entscheiden kann, ärgert sich später oft.

Die schlechteste Option: Leerstand

Manche Eigentümer vertagen die Entscheidung und lassen das Haus erst einmal leer stehen. Das kostet jeden Monat: Grundsteuer, Versicherung, Heizung gegen Frostschäden, Rasenmähen. Und ein unbewohntes Haus altert schneller. Feuchtigkeit, fehlendes Lüften und nicht bemerkte Schäden drücken den Wert. Gerade bei Häusern in Schlei-Nähe mit feuchterer Luft sehen wir das regelmäßig.

Das sehen wir in unserer täglichen Arbeit immer wieder: Häuser, die nach längerem Leerstand in den Verkauf gehen, brauchen länger und bringen weniger. Realistisch bepreiste Häuser in gutem Zustand verkaufen sich in Schleswig dagegen typischerweise innerhalb von drei bis sechs Monaten.

So treffen Sie die Entscheidung Schritt für Schritt

  1. Marktwert ermitteln lassen. Ohne realistischen Wert ist jede Renditerechnung Raten. Die Werte in diesem Artikel sind Durchschnitte, Ihr Haus kann deutlich darüber oder darunter liegen. Einen Überblick über die Preise vor Ort gibt unser [INTERNER LINK: "Immobilienpreise in Schleswig: Aktueller Marktbericht" -> /ratgeber/immobilienpreise-schleswig/].
  2. Erzielbare Miete prüfen. Schauen Sie auf vergleichbare Häuser in Ihrer Straße oder Ihrem Ortsteil, nicht auf den Stadtdurchschnitt.
  3. Zustand ehrlich bewerten. Welche Investitionen kommen in den nächsten fünf bis zehn Jahren? Der Energieausweis ist übrigens bei Vermietung genauso Pflicht wie beim Verkauf.
  4. Steuerlichen Status klären. Kaufdatum, Selbstnutzung, Erbschaft: Lassen Sie das von Ihrem Steuerberater prüfen.
  5. Die persönliche Frage stellen. Wollen Sie Vermieter sein? Die Antwort ist genauso wichtig wie die Zahlen.

Bei geerbten Häusern kommen noch weitere Punkte hinzu, etwa die Einigung in der Erbengemeinschaft. Dazu mehr in [INTERNER LINK: "Geerbtes Haus verkaufen: Fristen, Steuern und der richtige Zeitpunkt" -> /ratgeber/geerbtes-haus-verkaufen/].

Häufige Fragen

Lohnt sich Vermieten in Schleswig überhaupt?

Oft ja, zumindest rechnerisch. Mit einer Nettorendite von rund 5 Prozent vor Steuern liegt ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Schleswig über dem, was angelegtes Geld aktuell bringt. Ob es sich für Sie lohnt, hängt vom Zustand des Hauses, Ihrem Steuersatz und Ihrem Aufwand ab.

Kann ich erst vermieten und später steuerfrei verkaufen?

Nur wenn die 10-Jahres-Frist seit dem Kauf abgelaufen ist. Innerhalb der Frist verlieren Sie durch die Vermietung meist die Steuerbefreiung für Selbstnutzer. Lassen Sie sich das vor dem Auszug von einem Steuerberater bestätigen.

Verkauft sich ein vermietetes Haus schlechter?

Ja, in der Regel. Selbstnutzer fallen als Käufer weg, weil der Mietvertrag weiterläuft. Beim Einfamilienhaus ist das die größte Käufergruppe, entsprechend geringer ist die Nachfrage. Wer mittelfristig verkaufen will, sollte deshalb gut überlegen, ob sich eine Vermietung für wenige Jahre überhaupt rechnet.

Was kostet mich ein leerstehendes Haus?

Grundsteuer, Versicherung, Mindestheizung und Pflege laufen weiter, bei einem Einfamilienhaus schnell mehrere tausend Euro im Jahr. Dazu kommt der Wertverlust durch fehlende Nutzung.

Wie finde ich heraus, was mein Haus wert ist?

Mit einer professionellen Bewertung, die Lage, Zustand und aktuelle Vergleichsverkäufe berücksichtigt. Wir bieten Eigentümern in Schleswig und Umgebung eine kostenlose Erstbewertung an.

Unser Angebot: Erst rechnen, dann entscheiden

Sie müssen die Entscheidung nicht allein treffen. Wir ermitteln kostenlos den aktuellen Marktwert Ihres Hauses und schätzen die erzielbare Miete ein. Dann legen wir beide Varianten ehrlich nebeneinander, auch wenn am Ende herauskommt, dass Vermieten für Sie besser passt.

Kostenlose Wertermittlung anfragen oder direkt ein Beratungsgespräch vereinbaren.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für Ihre individuelle Situation wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.


Intern (nicht veröffentlichen)

Abgrenzung: Kein bestehender Artikel behandelt die Vermieten-vs-Verkaufen-Entscheidung. Überschneidung mit Art. 4 (Steuer) und Art. 24 (vermietete Wohnung) nur punktuell, jeweils verlinkt.

Exklusiver Inhalt: Rechenbeispiel mit Schleswig-Werten, Steuerfalle „erst vermieten, dann verkaufen", Entscheidungstabelle.

Rückverlinkung empfohlen von: Art. 4 (Immobilie verkaufen Steuer), Art. 7 (Geerbtes Haus verkaufen), Art. 24 (Vermietete Wohnung verkaufen), Art. 1 (Haus verkaufen Schleswig).

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  • Titel: Haus vermieten oder verkaufen in Schleswig? Der Vergleich
  • Slug: haus-vermieten-oder-verkaufen-schleswig
  • Haupt-Keyword: Haus vermieten oder verkaufen Schleswig
  • Neben-Keywords: Haus vermieten oder verkaufen, Mietrendite Schleswig, Haus vermieten Schleswig, Spekulationsfrist Haus vermieten
  • Zusammenfassung: Vergleich Vermieten vs. Verkaufen mit Rechenbeispiel (EFH 130 m², ca. 295.000 €, Nettorendite ca. 5,2 % vs. ca. 8.600 € Zinsertrag), Steuerfalle Selbstnutzung/10-Jahres-Frist, Mietrecht (§ 566, § 573c BGB), Entscheidungstabelle, Leerstand, 5 FAQ.
  • Kategorie: Immobilie verkaufen
  • Interne Links zu: Immobilie verkaufen Steuer (Art. 4), Vermietete Wohnung verkaufen (Art. 24), Immobilienpreise Schleswig (Art. 10), Geerbtes Haus verkaufen (Art. 7), /wertermittlung/, /kontakt/
  • Status: Fertig (2026-09-10), Datei: artikel/2026-09-10_haus-vermieten-oder-verkaufen-schleswig.md

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