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Wohnen im Alter in Schleswig: Bleiben, umbauen, umziehen?

Haus kaufen in Schleswig

Wohnen im Alter in Schleswig: Bleiben, umbauen, umziehen?

Wohnen im Alter in Schleswig läuft für die meisten Eigentümer auf eine von drei Entscheidungen hinaus: im eigenen Haus bleiben und es altersgerecht umbauen, in eine kleinere, barrierearme Wohnung ziehen oder in betreutes Wohnen wechseln. Welcher Weg passt, hängt weniger vom Geburtsjahr ab als von drei Fragen. Funktioniert das Haus in zehn Jahren noch? Wie weit ist es zum Hausarzt? Und wer hilft, wenn es allein nicht mehr geht?

Diese Fragen höre ich in Gesprächen in Schleswig, Tarp und Busdorf inzwischen sehr oft. Selten direkt. Meistens kommen sie als Satz wie „Das Haus ist uns eigentlich zu groß geworden" oder als Anruf der Tochter, die in Hamburg wohnt und sich Sorgen macht. In diesem Artikel ordne ich die Möglichkeiten ehrlich ein, mit den aktuellen Förderbeträgen und Kosten für Schleswig-Holstein, Stand September 2026.

Wohnen im Alter in Schleswig: Die Möglichkeiten im Überblick

Möglichkeit Passt gut, wenn … Typische Hürde
Im eigenen Haus bleiben (mit Umbau) Schlafzimmer und Bad im Erdgeschoss machbar sind, Hilfe in der Nähe ist Treppen, Garten, Umbaukosten
In eine kleinere Wohnung ziehen das Haus deutlich zu groß ist und kurze Wege gewünscht sind wenig barrierearmes Angebot, emotionaler Abschied
Betreutes Wohnen Sie selbstständig sind, aber Sicherheit wollen Servicepauschale, Wartelisten
Pflegeheim Pflege rund um die Uhr nötig ist Eigenanteil im Schnitt über 3.100 Euro im Monat

Das ist keine Entscheidung für den Rest des Lebens. Viele unserer Kunden gehen den Weg in Etappen: erst das Bad umbauen, ein paar Jahre später in die Wohnung in der Stadt.

Was heißt altersgerecht? Eine altersgerechte oder barrierearme Wohnung ist ohne Stufen erreichbar, alle wichtigen Räume liegen auf einer Ebene, und Bad, Türen und Flure lassen sich auch mit Rollator nutzen. „Barrierefrei" im engeren Sinn meint Wohnungen nach der Norm DIN 18040-2. Das erfüllen im Bestand die wenigsten.

Im eigenen Haus bleiben: altersgerecht umbauen

Die meisten Eigentümer wollen bleiben. Das verstehe ich gut. Sie kennen die Nachbarn, der Garten ist über Jahrzehnte gewachsen, jeder Raum hat eine Geschichte.

Trotzdem lohnt ein nüchterner Blick auf das Haus selbst. Ein großer Teil der Einfamilienhäuser in Schleswig und im Umland stammt aus der Zeit vor 1980. Typisch sind Stufen am Eingang, das einzige Bad im Obergeschoss, schmale Türen und eine Badewanne statt Dusche. Die häufigsten Umbauten sind deshalb:

  • bodengleiche Dusche statt Wanne
  • Treppenlift oder Schlafzimmer ins Erdgeschoss verlegen
  • Türen verbreitern, Schwellen entfernen
  • Rampe oder Handlauf am Eingang
  • Haltegriffe, bessere Beleuchtung, rutschfeste Böden

Förderung 2026: Was Sie bekommen können

Es gibt zwei Töpfe, die Sie kennen sollten.

Pflegekasse: Liegt ein Pflegegrad vor (ab Pflegegrad 1), zahlt die Pflegekasse für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.180 Euro je Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI). Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, gibt es den Betrag pro Person, insgesamt bis 16.720 Euro. Der Antrag muss genehmigt sein, bevor der Handwerker anfängt.

KfW-Zuschuss 455-B „Barrierereduzierung": Das Programm ist seit April 2026 wieder offen, der Bund hat dafür 50 Millionen Euro für 2026 eingeplant. Für Einzelmaßnahmen wie den Badumbau gibt es 10 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 2.500 Euro. Wer den Standard „Altersgerechtes Haus" erreicht, bekommt 12,5 Prozent von bis zu 50.000 Euro Kosten, also höchstens 6.250 Euro. Auch hier gilt: Antrag vor Beginn stellen. Weil das Budget begrenzt ist, sollten Sie nicht lange warten.

Ob und wie sich beide Zuschüsse im konkreten Fall kombinieren lassen, klären Sie am besten vor der Auftragsvergabe direkt mit Pflegekasse und KfW.

Kurz gesagt: Die Pflegekasse zahlt 2026 bis zu 4.180 Euro je Umbaumaßnahme, wenn ein Pflegegrad vorliegt. Der KfW-Zuschuss 455-B bringt zusätzlich bis zu 2.500 Euro für Einzelmaßnahmen. Beide Anträge müssen vor Baubeginn gestellt werden.

Meine ehrliche Einschätzung

Der Umbau lohnt sich, wenn das Haus im Grunde passt. Also wenn Sie im Erdgeschoss schlafen könnten und dort ein Bad unterbringen. Wird es ein Treppenlift plus neues Bad plus Rampe plus neue Heizung, sind Sie schnell im fünfstelligen Bereich, und die Förderung deckt davon nur einen kleinen Teil.

Was ein Umbau nicht löst, ist die Lage. In den Dörfern rund um Tarp, Kropp oder Silberstedt geht ohne Auto wenig. Solange Sie fahren, ist das kein Thema. Die Frage ist, wie es in fünf oder zehn Jahren aussieht. Dazu kommen Garten, Dachrinne und Schneeschippen im Winter. Das klingt banal, ist in der Praxis aber oft der eigentliche Auslöser für den Umzug.

Haus verkleinern im Alter: vom Haus in die Wohnung

Wer verkleinert, zieht meist näher an Ärzte, Einkauf und Busverbindungen. In Schleswig selbst sind die Wege kurz: Die Helios Klinik liegt in der Stadt, Friedrichsberg hat den Bahnhof, und in der Innenstadt erledigen Sie vieles zu Fuß. Ein Hinweis aus der Praxis: Das Kopfsteinpflaster im Holm und in Teilen der Altstadt ist wunderschön, mit Rollator aber mühsam. Welche Lagen für welche Lebenssituation passen, habe ich hier ausführlicher beschrieben: [INTERNER LINK: "Wohnen in Schleswig: Stadtteile und Lagen im Überblick" -> /ratgeber/wohnen-in-schleswig/]

Das Problem ist das Angebot. Barrierearme Eigentumswohnungen mit Aufzug sind in Schleswig knapp. Das sehen wir in unserer täglichen Arbeit regelmäßig: Gute Neubauwohnungen in zentraler Lage sind oft vergeben, bevor sie überhaupt auf einem Portal auftauchen. Wer konkret sucht, fährt mit einem Suchauftrag besser als mit täglichem Scrollen.

Was der Wechsel kostet

Kaufen Sie die neue Wohnung, fallen in Schleswig-Holstein 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer an, dazu Notar, Grundbuch und gegebenenfalls die Käuferprovision von 2,975 Prozent. Bei einer Wohnung für 250.000 Euro sind das allein bei der Grunderwerbsteuer 16.250 Euro. Die Details stehen hier: [INTERNER LINK: "Kaufnebenkosten in Schleswig-Holstein: Alle Kosten auf einen Blick" -> /ratgeber/kaufnebenkosten-schleswig-holstein/]

Zur Miete zu wohnen kann eine ehrliche Alternative sein. Sie binden das Geld aus dem Hausverkauf nicht wieder komplett in Stein und bleiben flexibel, falls später doch betreutes Wohnen nötig wird.

Zuerst verkaufen oder zuerst die Wohnung finden?

Das ist die Frage, die am meisten Nerven kostet. Wir hatten letztes Jahr einen Fall in Tarp, der das gut zeigt: Ein Ehepaar wollte das Haus erst anbieten, wenn die neue Wohnung sicher ist. Verständlich, niemand will zwischen zwei Stühlen sitzen. Gelöst haben wir es über einen Kaufvertrag mit spätem Übergabetermin. Der Käufer stand fest, das Geld war gesichert, und die Eigentümer hatten mehrere Monate Zeit, in Ruhe umzuziehen.

Eine Zwischenfinanzierung ist die andere Möglichkeit, im Alter aber oft schwieriger, weil Banken die Laufzeit genauer prüfen. Unsere Baufinanzierungspartner können das im Einzelfall durchrechnen.

Steuern: Haben Sie das Haus im Verkaufsjahr und in den beiden Jahren davor selbst bewohnt, fällt in der Regel keine Spekulationssteuer an, auch innerhalb der Zehnjahresfrist (§ 23 EStG). Bei vermieteten Teilen oder Sonderfällen sieht das anders aus. Lassen Sie das von Ihrem Steuerberater prüfen. Einen Überblick gibt: [INTERNER LINK: "Immobilie verkaufen: Welche Steuern fallen an?" -> /ratgeber/immobilie-verkaufen-steuer/]

Betreutes Wohnen und Pflegeheim

Betreutes Wohnen ist kein geschützter Begriff. Meist mieten oder kaufen Sie eine barrierearme Wohnung und schließen zusätzlich einen Servicevertrag ab, etwa für Notruf, Hausmeister und einen Ansprechpartner vor Ort. Pflege ist darin normalerweise nicht enthalten, die kommt bei Bedarf über einen ambulanten Pflegedienst. Lesen Sie genau, was die Grundpauschale abdeckt und was extra kostet. Und fragen Sie früh nach Wartelisten.

Pflegeheim: Hier geht es um andere Summen. Laut Verband der Ersatzkassen (vdek) zahlten Pflegebedürftige in Schleswig-Holstein zum 1. Juli 2026 im ersten Aufenthaltsjahr durchschnittlich 3.148 Euro im Monat aus eigener Tasche. Bundesweit sind es 3.364 Euro. Mit längerem Aufenthalt sinkt der pflegebedingte Anteil durch gesetzliche Zuschläge. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten zahlen Sie aber weiter voll.

Kurz gesagt: Ein Pflegeheimplatz kostet in Schleswig-Holstein im ersten Jahr im Schnitt gut 3.100 Euro Eigenanteil pro Monat (vdek, Stand Juli 2026). Das Haus wird deshalb oft zur wichtigsten Finanzierungsquelle.

Genau an dieser Stelle landen viele Familien bei uns: Ein Elternteil zieht ins Heim, das Haus steht leer, und die Frage ist, ob verkaufen oder vermieten. Wie ein Hausverkauf in der Region abläuft, erkläre ich hier: [INTERNER LINK: "Haus verkaufen in Schleswig: Ablauf, Preise und Tipps" -> /ratgeber/haus-verkaufen-schleswig/]

Nießbrauch, Wohnrecht, Verrentung: Geld aus dem Haus, ohne auszuziehen?

Es gibt Modelle, bei denen Sie verkaufen und trotzdem wohnen bleiben: Verkauf mit Nießbrauch oder Wohnrecht, Leibrente oder Teilverkauf. Das klingt verlockend, hat aber einen Preis. Der Käufer zieht den Wert Ihres Wohnrechts vom Kaufpreis ab, beim Teilverkauf zahlen Sie für den verkauften Anteil ein monatliches Nutzungsentgelt. Nach unserer Beobachtung ist der Käuferkreis für solche Modelle in unserer Region deutlich kleiner als in Hamburg oder Kiel.

Meine Meinung: Für manche Situationen passt das. Unterschreiben Sie aber nichts, bevor Notar und Steuerberater den Vertrag geprüft haben, und vergleichen Sie das Angebot mit einem klassischen Verkauf.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Diese fünf Signale sollten Sie ernst nehmen:

  1. Das Obergeschoss wird seit Monaten kaum noch genutzt.
  2. Garten und Winterdienst gehen nur noch mit fremder Hilfe.
  3. Arzt und Einkauf erreichen Sie nur mit dem Auto.
  4. Heizung oder Dach stehen zur Erneuerung an, und Sie fragen sich, ob sich die Investition für Sie noch lohnt.
  5. Die Kinder wohnen weit weg.

Kurz gesagt: Wer den Umzug im Alter plant, solange er noch frei entscheiden kann, bestimmt selbst über Lage, Preis und Zeitpunkt. Wer wartet, bis ein Sturz oder eine Diagnose entscheidet, verhandelt unter Zeitdruck.

Für die Pflege- und Unterstützungsfragen gibt es in Schleswig eine gute, kostenlose Anlaufstelle: den trägerunabhängigen Pflegestützpunkt im Kreis Schleswig-Flensburg, Flensburger Straße 7 (Eingang Windallee), 24837 Schleswig, Telefon 04621 87-800. Die Beraterinnen und Berater helfen bei Pflegegrad, Hilfsmitteln und Wohnfragen.

Unser Teil ist die Immobilie. Viele Entscheidungen werden leichter, wenn Sie wissen, was Ihr Haus heute wert ist. Dann lässt sich rechnen: Reicht der Erlös für eine Wohnung in der Stadt? Für einige Jahre betreutes Wohnen? Oder lohnt der Umbau mehr?

Häufige Fragen zum Wohnen im Alter in Schleswig

Ab wann zahlt die Pflegekasse für einen Umbau?
Ab Pflegegrad 1. Sie erhalten bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, der Antrag muss vor Baubeginn genehmigt sein.

Gibt es 2026 einen KfW-Zuschuss für barrierefreies Umbauen?
Ja. Das Programm 455-B ist seit April 2026 wieder offen. Für Einzelmaßnahmen gibt es 10 Prozent der Kosten, höchstens 2.500 Euro, für den Standard „Altersgerechtes Haus" bis zu 6.250 Euro. Das Budget ist begrenzt.

Muss ich Steuern zahlen, wenn ich mein Haus im Alter verkaufe?
Bei einem selbst bewohnten Haus meistens nicht. Maßgeblich ist, dass Sie es im Verkaufsjahr und in den zwei Jahren davor selbst genutzt haben. Bei teilweiser Vermietung oder Erbschaften sollten Sie Ihren Steuerberater fragen.

Was kostet ein Pflegeheim in Schleswig-Holstein?
Im ersten Jahr im Schnitt 3.148 Euro Eigenanteil pro Monat (vdek, Stand 1. Juli 2026). Die Kosten unterscheiden sich je nach Einrichtung deutlich.

Soll ich zuerst das Haus verkaufen oder zuerst eine Wohnung suchen?
Das hängt davon ab, wie viel Sicherheit Sie brauchen und ob eine Zwischenfinanzierung möglich ist. In der Praxis hat sich bewährt, parallel zu suchen und den Hausverkauf mit einem späteren Übergabetermin zu vereinbaren. So müssen Sie nicht zweimal umziehen. Wichtig ist, dass Sie den Wert Ihres Hauses früh kennen, damit Sie wissen, welche Wohnung realistisch ist.

Sprechen Sie mit uns, bevor Sie sich entscheiden

Ob Sie bleiben, umbauen oder verkleinern: Die Entscheidung treffen Sie. Wir liefern Ihnen die Zahlen dafür. Mit einer kostenlosen Wertermittlung wissen Sie, was Ihr Haus heute am Markt bringt. Und wenn Sie Ihre Möglichkeiten in Ruhe durchsprechen wollen, gern auch gemeinsam mit Ihren Kindern, melden Sie sich bei uns. Wir sitzen in Tarp und kommen auch zu Ihnen nach Hause.


Quellen: KfW, Programm 455-B „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss" (Stand April 2026); § 40 Abs. 4 SGB XI; Verband der Ersatzkassen (vdek), Auswertung Eigenanteile stationäre Pflege, Juli 2026; Kreis Schleswig-Flensburg, Pflegestützpunkt.

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