Muss ich beim Hausverkauf immer Steuern zahlen?
Nein. Wenn Sie die Immobilie länger als zehn Jahre besitzen oder in den letzten drei Kalenderjahren (Verkaufsjahr plus zwei Vorjahre) selbst darin gewohnt haben, ist der Verkauf in der Regel steuerfrei. Die Spekulationssteuer betrifft vor allem Kapitalanlagen, die innerhalb der Frist verkauft werden.
Wie hoch ist die Spekulationssteuer auf Immobilien?
Es gibt keinen festen Steuersatz. Der Gewinn wird mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, der zwischen 14 und 45 Prozent liegt. Bei einem Gewinn von 50.000 Euro und einem Steuersatz von 35 Prozent wären das 17.500 Euro plus Solidaritätszuschlag.
Beginnt die Spekulationsfrist bei einer Erbschaft neu?
Nein. Als Erbe übernehmen Sie die Frist des Erblassers. Wenn der Verstorbene die Immobilie vor zwölf Jahren gekauft hat, können Sie sie sofort steuerfrei verkaufen. Die zehn Jahre sind längst abgelaufen.
Fällt Spekulationssteuer an, wenn ich nach der Scheidung meine Hälfte verkaufe?
Das hängt von den Umständen ab. Wenn Sie bis zum Verkauf im Haus gewohnt haben, greift die Selbstnutzungs-Ausnahme. Wenn Sie aber ausgezogen sind und die Immobilie innerhalb der Zehn-Jahres-Frist verkauft wird, kann Spekulationssteuer auf Ihren Anteil anfallen. Sprechen Sie das unbedingt mit einem Steuerberater durch.
Was ist die Drei-Objekte-Grenze?
Wer innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Immobilien verkauft, riskiert die Einstufung als gewerblicher Grundstückshändler. Dann fällt neben der Einkommensteuer auch Gewerbesteuer an. Die Grenze gilt als Indiz, nicht als starre Regel. Trotzdem sollten Sie sie im Blick behalten.